Griechenland – warum dieses Land bei jedem Besuch ein anderes ist. Es ist kurz nach acht Uhr morgens im Hafen von Piräus, der Kaffee aus dem Pappbecher ist noch zu heiß, und vor dir hängt eine Anzeigetafel, die mehr Inseln auflistet, als du Namen kennst. Paros, Sifnos, Tinos, Astypalea, Folegandros, Kythnos – dazwischen die üblichen Verdächtigen Mykonos und Santorini. Und während du noch überlegst, welche Fähre eigentlich die richtige ist, dämmert dir etwas: Du hast dir Griechenland bisher als ein Land vorgestellt, das in ein paar Postkartenbilder passt. Weiß getünchte Häuser, blaue Kuppeln, Sonnenuntergang in Oia. Aber das hier, dieser Hafen mit seinen rostigen Pollern, den hupenden Lastwagen, den müden Rucksacktouristen und den Familien mit drei Generationen im Schlepptau – das ist offensichtlich eine andere Geschichte. Und es ist die ehrlichere.
Die Vielfalt der griechischen Inseln
Wer Griechenland zum ersten Mal wirklich plant, also nicht nur ein All-inclusive-Paket bucht, sondern sich selbst Gedanken über Route und Region macht, stößt sehr schnell auf eine Zahl, die alles ins Verhältnis setzt: Rund 6.000 Inseln gehören zu Griechenland, etwa 230 davon sind bewohnt. Dazu kommt ein Festland, das im allgemeinen Bewusstsein erstaunlich wenig vorkommt – obwohl genau dort einige der spannendsten Regionen liegen. Der Peloponnes mit seinen antiken Stätten, Bergstraßen und einsamen Buchten. Epirus im Nordwesten mit seinen Schluchten, alten Steindörfern und einer fast alpinen Stimmung. Makedonien mit Thessaloniki als zweiter Großstadt des Landes, mit byzantinischer Geschichte und einer Küche, die viele für die beste Griechenlands halten. Pauschal lässt sich über dieses Land kaum etwas sagen, weil die Wahl der Region bestimmt, welches Griechenland du am Ende erlebst. Mykonos im August ist eine andere Welt als Ikaria im Juni, wo die Menschen dafür bekannt sind, langsamer zu leben und älter zu werden als anderswo. Rhodos mit seiner mittelalterlichen Altstadt und seinem Pauschalflieger-Tourismus hat wenig mit Naxos zu tun, das neben seinen Stränden auch ein bergiges Inneres mit alten Marmordörfern bietet. Und Milos, das gerade die Phase verlässt, in der es nur Insider kannten, ist mit seinen vulkanischen Buchten ein ganz eigenes Kapitel. Was die eine Insel großartig macht – Trubel, Bars, Sehen und Gesehenwerden – ist auf der anderen genau das, was du suchst, weil es eben fehlt.
Beste Reisezeit für Griechenland
Mindestens so wichtig wie die Frage nach dem Wo ist die nach dem Wann. Griechenland verzeiht hier wenig. Wer im Juli oder August reist, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Temperaturen, die regelmäßig über 35 Grad klettern, auf einigen Inseln auch deutlich darüber. Strände, an denen du dein Handtuch in der dritten Reihe ausbreitest. Fährpreise und Hotelraten, die in vielen Fällen das Doppelte der Vorsaison verlangen. Restaurants, in denen du ohne Reservierung um zehn Uhr abends noch immer auf einen Tisch wartest. Wer das in Kauf nimmt, weil die Ferienzeit es vorgibt, kann trotzdem schöne Wochen verbringen – nur sollte man ehrlich zu sich selbst sein und keine Ruhe erwarten, wo gerade halb Europa Sommerurlaub macht. Die klügere Wahl ist für die meisten die Schultersaison. Mai und Juni bieten Wassertemperaturen, die zum Schwimmen schon angenehm sind, Lufttemperaturen meist zwischen 24 und 28 Grad und eine Vegetation, die nach dem feuchten Frühling noch grün ist statt verbrannt. Der September hat fast meditative Qualität: warmes Meer, leerer werdende Strände, weniger Wartezeiten an den Fähren, und die Preise fallen ab Mitte des Monats spürbar. Wer das Festland und die Städte erkunden will, sollte sogar an den Spätherbst und Winter denken. Athen im November, mit klarem Licht und ohne Touristenströme auf der Akropolis, ist eine echte Empfehlung. Und in den Bergen von Epirus oder im Pindos-Gebirge gibt es im Winter sogar Schnee – ein Griechenland, das die wenigsten je gesehen haben.
Reisen in Griechenland: Fähren und Mietwagen
Sobald die Region und der Zeitpunkt stehen, taucht die nächste Frage auf, die unterschätzt wird: Wie kommt man eigentlich von A nach B? Die Antwort lautet, vor allem zwischen den Inseln, fast immer Fähre. Das griechische Fährsystem ist das Rückgrat des Inselverkehrs, und es funktioniert grundsätzlich gut, hat aber seine Eigenheiten. Verbindungen werden saisonal angepasst, manche Strecken gibt es im Winter gar nicht, und in der Hochsaison sind beliebte Routen Tage vorher ausgebucht. Plattformen wie Fährverkehr in Griechenland geben einen guten Überblick und vergleichen Reedereien, alternativ buchst du direkt bei Anbietern wie Blue Star Ferries, SeaJets oder Hellenic Seaways. Wer im Juli oder August spontan an die Anzeigetafel im Hafen tritt und hofft, in zwei Stunden auf eine Kykladeninsel zu kommen, wird gelegentlich enttäuscht. Im Voraus buchen ist hier keine Übervorsicht, sondern Pflicht. Wenn die Zeit knapp ist, sind Inlandsflüge ab Athen eine echte Alternative – Aegean und Olympic Air verbinden viele Inseln mit der Hauptstadt, oft erstaunlich günstig, und ein Flug nach Kreta oder Rhodos spart gegenüber der Fähre einen ganzen Reisetag. Auf dem Festland und auf größeren Inseln lohnt sich fast immer ein Mietwagen. Die abgelegenen Strände, die kleinen Bergdörfer, die Tavernen, in denen mittags drei alte Männer Karten spielen – all das erreichst du mit dem öffentlichen Bus schlicht nicht. Die Straßen sind meist besser als ihr Ruf, das Fahrverhalten der Einheimischen ein wenig direkter, und mit etwas Gelassenheit kommt man überall hin.
Kulinarische Erlebnisse in Griechenland
Und dann ist da das Essen, der Teil, an dem viele Reisende ihre stärksten Erinnerungen festmachen. Wer Griechenland nur als Land von Gyros und Tzatziki kennt, hat im Grunde noch nichts gesehen. Die Küche unterscheidet sich von Region zu Region so deutlich, dass es kaum Sinn ergibt, von „der griechischen Küche“ zu sprechen. Auf den Inseln dominiert der Fisch – gegrillte Doraden, Tintenfisch, Garnelen, einfach zubereitet, mit Olivenöl, Zitrone und vielleicht ein paar Kräutern. Auf dem Festland, vor allem im Landesinneren, geht es deutlich fleischlastiger zu, mit langsam geschmorten Lammgerichten, mit Wild und mit Aufläufen, die nach Stunden im Ofen schmecken. Im Norden, in Makedonien und Epirus, kommen Käse- und Honigspezialitäten dazu, die man in Mitteleuropa kaum kennt – würziger Schafskäse aus den Bergen, dichter Tannenhonig, Kuchen mit Walnüssen und Honig, die mit dem touristischen Bild von Baklava wenig zu tun haben. Es gibt eine einfache Faustregel, die selten enttäuscht: Restaurants direkt an der Hafenpromenade mit Speisekarten in fünf Sprachen und einem Kellner, der dich aktiv hineinlockt, sind selten die Adresse. Geh dorthin, wo die Einheimischen mittags ihre Pause machen – das sind oft unscheinbare Lokale ein, zwei Straßen vom Wasser entfernt, mit handgeschriebener Tageskarte und ohne Versuche, dich zu beeindrucken. Dort isst man in Griechenland am besten.
Griechenland: Ein Land voller Überraschungen
Bleibt zum Schluss die wohl hartnäckigste Fehlannahme: dass man Griechenland kennt, wenn man einmal auf einer Insel war. Das stimmt etwa so wenig, wie wenn jemand behauptet, Italien zu kennen, nachdem er eine Woche an der Adria war. Dieses Land ist kein Ziel, das man abhakt, sondern eines, das sich über mehrere Reisen hinweg entfaltet. Die erste Reise führt vielleicht auf die Kykladen, die zweite auf den Peloponnes, die dritte vielleicht in den Norden, nach Thessaloniki und in die Berge von Epirus. Jede dieser Reisen zeigt eine andere Seite, und keine davon erzählt die ganze Geschichte. Wer Griechenland mit dieser Haltung angeht – als ein Land, das beim
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Inseln gehören zu Griechenland?
Zu Griechenland gehören rund 6.000 Inseln, von denen etwa 230 bewohnt sind. Jede Insel bietet einzigartige Erlebnisse und Landschaften.
Wann ist die beste Reisezeit für Griechenland?
Die beste Reisezeit für Griechenland ist die Schultersaison im Mai, Juni und September. Die Temperaturen sind angenehm und die Touristenströme geringer.
Wie reist man am besten zwischen den griechischen Inseln?
Der Fährverkehr ist das Rückgrat des Inselverkehrs in Griechenland. Es ist ratsam, Fähren im Voraus zu buchen, besonders in der Hochsaison.
Welche kulinarischen Spezialitäten gibt es in Griechenland?
Die griechische Küche variiert stark je nach Region. Auf den Inseln dominiert Fisch, während das Festland für fleischlastige Gerichte bekannt ist.
Was macht Griechenland als Reiseziel einzigartig?
Griechenland bietet eine Vielfalt an Landschaften, Kulturen und kulinarischen Erlebnissen. Jede Region und Insel hat ihre eigene Geschichte und Charme.